Einst, es war wohl schon vor langer Zeit, kam einer aus den Anden in die Stadt. Man nannte ihn Ando. Mit der Zeit kamen viele aus den Anden in die Stadt, und es gab viele Andos in ihr.
Einmal kam einer, der sah sehr erschöpft aus.
Man fragte ihn: Wo kommst du denn her?
Aus den Anden, sagte er.
Aber warum bist du so erschöpft? fragte man ihn weiter.
Ich komme von fern aus den Anden.
Aha, sagte einer, ein Fernando.
Aha, wiederholten die anderen, ein Fernando.
So nannte man ihn Fernando.
Ein ander Mal kam einer, der sah sehr erholt aus, aber er behauptete, er käme ebenfalls aus den Anden. Man fragte ihn, von wo er aus den Anden käme, er zögerte kurz mit seiner Antwort und sagte dann, er käme von relativ nah aus den Anden. Man nannte ihn daher Nahando, doch nach genaueren Nachforschungen stellte sich heraus, dass er lediglich aus einer anderen Straße der Stadt um die Ecke gebogen war und nur behauptet hatte, aus den Anden zu kommen. Man nannte ihn fortan nicht mehr Nahando, sondern Lügner.
Den anderen Ando, den erschöpften, der aus der Ferne gekommen war – Fernando – verehrte man sehr, fast kultisch. Man komponierte ihm zu Ehren ein Lied, das von zwei jungen, hübschen Frauen der Stadt gesungen wurde:
Wieder ein anderes Mal kam einer in die Stadt, der hatte auffallend lange und kräftige Arme im Vergleich zu seinem restlichen Körper. Auch er behauptete, aus den Anden zu kommen, daher nannte man ihn Armando.
Später behauptete einer, dieser Ando sei nicht wegen seiner überproportionalen Arme Armando genannt worden, sondern weil er so arm gewesen war. Aber diese Behauptung stellte sich als Unsinn heraus, denn einer der vielen anderen Andos, die in der Stadt lebten, stellte die Gegenthese auf und sagte:
Wenn dieser Ando so arm gewesen sein soll, wieso ist dann nie ein reicher Ando in die Stadt gekommen, den man Reichando genannt hätte?
Stimmt, wiederholten die meisten anderen: Wieso ist nie ein Reichando in die Stadt gekommen?
Und so einigte man sich, dass dieser Ando, den man Armando genannt hatte, wegen seiner überproportionalen Arme und nicht wegen seiner Armut Armando genannt worden war.
Für diese These spricht, dass einmal zwei in die Stadt kamen, von denen ein jeder sehr überproportionale Beine hatte. Auch sie behaupteten, aus den Anden zu kommen, und so nannte man jeden von ihnen Beinando. Jedoch, weil der eine immer mit dem anderen beieinander war, nannte man später jeden von ihnen auch Beieinando. So sind die beiden mehr als Beieinandos denn als Beinandos in Erinnerung.